Bereit fürs Lesenlernen? Anzeichen vor der Einschulung
Von Readigo-Redaktion · 2026-05-24 · 13 Min. Lesezeit
Kurz gesagt
Bereit fürs Lesenlernen zu sein heißt nicht, schon Wörter zu lesen. Mit 4 und 5 Jahren sagen sechs kleine Fähigkeiten das spätere Lesen am besten voraus: einige Buchstaben und ihre Laute kennen, Reime und Anfangslaute in gesprochenen Wörtern hören, Schrift im Alltag erkennen, einen großen Wortschatz haben, den eigenen Namen schreiben und sich für Bücher interessieren. Das US-amerikanische National Early Literacy Panel (2008) hat dazu Studien mit Tausenden Kindern ausgewertet: Diese sechs Bereiche sagen die Leseleistung bis zur 3. Klasse voraus. Keiner davon setzt voraus, dass ein Kind schon liest. In Deutschland hat ein Kind für diese Grundlagen Zeit bis zur Einschulung, und die Schule erwartet keine Buchstaben.
Was „bereit fürs Lesen“ heißt
Der Begriff hat in der Forschung eine genaue Bedeutung, und sie ist enger, als viele Eltern denken. Er heißt nicht, dass ein Kind Wörter auswendig kennt, einen Satz erlesen oder sein erstes Leseheft geschafft hat. Er heißt, dass es die Grundlagen mitbringt, mit denen das Lesenlernen gelingen kann, sobald der Unterricht beginnt. Zur Einordnung: In den USA beginnt der Leseunterricht im „Kindergarten“, einem Schuljahr für Kinder von 5 bis 6 Jahren. In Deutschland beginnt er in der 1. Klasse, mit etwa 6 Jahren, und in der Kita wird nicht formal lesen gelernt. Was die US-Forschung „pre-K“ nennt, entspricht bei uns ungefähr den Kita-Jahren vor der Einschulung, im letzten davon heißen die Kinder Vorschulkinder. (In Österreich ist dieses letzte Kindergartenjahr verpflichtend, in der Schweiz zählen zwei Kindergartenjahre schon zur Schule.) Deutsche Kinder haben für die Grundlagen also ein Jahr länger Zeit als amerikanische. In Preventing Reading Difficulties in Young Children (1998) beschrieb der US-amerikanische National Research Council die Aufgabe der Vorschuljahre so: die sprachliche Grundlage, das Wissen über Schrift und das Gespür für Laute aufbauen, die der Unterricht danach in echtes Lesen verwandelt. Mit 4 bis 5 Jahren geht es um das Fundament. Mit 6 bis 7 Jahren, in der Schule, geht es um das Erlesen. Daraus folgen zwei Dinge. Erstens: Ein Kind, das bei der Einschulung noch nicht liest, ist nicht hinterher. Kaum ein Kind liest zu diesem Zeitpunkt flüssig, und viele, die es scheinbar tun, erkennen ganze Wörter aus dem Gedächtnis, statt sie zu erlesen. Linnea Ehris Forschung dazu, wie sich Kinder Wörter einprägen (im Englischen „orthographic mapping“), macht diesen Unterschied deutlich. Zweitens: Aufmerksam werden solltest du, wenn ein Kind bis zur Einschulung keine der sechs Vorläuferfähigkeiten unten aufgebaut hat. In diesem Alter zählt nicht, ob ein Kind liest, sondern ob die Vorläufer da sind.
Demo
Was die App bei einem kurzen Text hört
Die Demo startet von selbst. Der Text leuchtet Wort für Wort auf, so wie die App einem Kind beim lauten Lesen folgt. Wo das Kind stockt, geht es langsamer weiter. Das Beispiel ist auf Deutsch, die Geschichten in der App sind derzeit auf Englisch, deutsche sind in Vorbereitung.
Der Fuchs Milo fand einen roten Papierdrachen, der hoch in der alten Eiche feststeckte, und zog daran, bis er sich löste.
Schwierige Wörter werden orange markiert.
Die sechs Fähigkeiten, die das Lesen vorhersagen (die NELP-Liste)
Der NELP-Bericht fand sechs Fähigkeiten aus dem Vorschulalter, die mittel bis stark mit dem späteren Lesen zusammenhängen, auch wenn man IQ und familiären Hintergrund herausrechnet. - Buchstabenkenntnis: Buchstaben benennen und ihre Formen erkennen. - Phonologische Bewusstheit: Laute in gesprochenen Wörtern hören und mit ihnen spielen. - Schnelles Benennen (RAN) von Buchstaben oder Ziffern: wie schnell ein Kind eine Reihe bekannter Zeichen benennen kann. - Schnelles Benennen von Gegenständen oder Farben: dasselbe mit Bildern. - Den eigenen Namen schreiben und Buchstaben schreiben überhaupt. - Phonologisches Gedächtnis: eine gehörte Folge von Lauten, Wörtern oder Zahlen nachsprechen. Fünf weitere Fähigkeiten hatten einen mittleren Vorhersagewert: Wissen darüber, wie Schrift funktioniert, Schriftkenntnis, Tests zur Lesebereitschaft, mündliche Sprache und visuelle Verarbeitung. Der vollständige Bericht steht kostenlos beim US-Bildungsministerium. In Deutschland prüft das Bielefelder Screening (BISC) im Jahr vor der Einschulung ganz ähnliche Bausteine, vor allem phonologische Bewusstheit, schnelles Benennen und phonologisches Gedächtnis. Manche Kitas und Schulen setzen es ein, um ein Risiko für Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten früh zu erkennen. Für Eltern ist die Botschaft einfacher, als die Liste aussieht. Die meisten Bereiche stecken in zwei Dingen, die sich jeden Tag machen lassen: mit den Lauten gesprochener Wörter spielen und im Alltag auf Buchstaben und Wörter zeigen. Die nächsten Abschnitte erklären, was jeder Bereich bedeutet und worauf du achten kannst.
Buchstabenkenntnis: das stärkste einzelne Signal
Von den sechs Vorboten hängt die Buchstabenkenntnis am engsten mit dem späteren Lesen zusammen. NELP berichtete eine mittlere Korrelation von rund 0,50 zwischen der Buchstabenkenntnis im Vorschulalter und dem späteren Erlesen, der stärkste einzelne Zusammenhang im ganzen Bericht. Marilyn Adams hatte das in Beginning to Read (1990) schon so zusammengefasst: Wie gut ein Kind die Buchstabennamen kennt, gehört zu den stärksten Hinweisen darauf, wie gut es lesen lernt. Was heißt hier „kennen“? Zwei Dinge, die Eltern oft verwechseln: - Buchstabennamen: Das Kind weiß, dass das Zeichen B „Be“ heißt. - Buchstabenlaute: Das Kind weiß, dass B für den Laut /b/ steht. Beides zählt, aber beides wächst verschieden schnell. Viele Kinder lernen die Namen über ABC-Lieder und Kindersendungen. Die Laute hinken oft ein Jahr oder länger hinterher, wenn niemand sie gezielt zeigt. Für das Lesenlernen sind die Laute wichtiger. Deshalb arbeiten deutsche Fibeln und Anlauttabellen von Anfang an mit dem Laut („mmm“), nicht mit dem Namen („em“). Amerikanische und britische Erhebungen zum Schuleintritt nennen als Richtwert für das Ende der dortigen Vorschulzeit, also mit etwa fünf Jahren: Ein Kind kennt die Namen von etwa 18 bis 22 der 26 Großbuchstaben und kann 12 bis 15 davon einem Laut zuordnen. Wer dort mit weniger als 10 Buchstabennamen in die Schule kommt, profitiert am meisten von gezielter Buchstabenarbeit im Sommer davor. Deutsche Grundschulen setzen keine Buchstaben voraus, die 1. Klasse führt alle ein. Hat dein Kind im Jahr vor der Einschulung Lust auf Buchstaben, lohnt es sich trotzdem, das aufzugreifen. Nicht als Pauken, sondern indem ihr die Welt beschriftet („Da steht STOP. Schau, das S.“).
Phonologische Bewusstheit: Reime, Silben, Anfangslaute
Phonologische Bewusstheit ist die Fähigkeit, den Klang gesprochener Sprache unabhängig von ihrer Bedeutung zu hören. Sie ist noch nicht die Buchstaben-Laut-Zuordnung, die Laute mit Buchstaben verbindet und erst später kommt. Phonologische Bewusstheit ist reine Ohrenarbeit. Sie entwickelt sich zwischen 3 und 6 Jahren in einer vorhersehbaren Reihenfolge: - Reime (3 bis 4 Jahre): Haus und Maus reimen sich, Haus und Hund nicht. Kinder lernen das aus Kinderreimen, lange vor jedem Unterricht. - Silben (4 Jahre): Das Wort Schmetterling hat drei Klatscher. - Anfangslaut und Rest (4 bis 5 Jahre): In Maus ist der erste Laut /m/, der Rest ist -aus. - Einzelne Laute heraushören (5 Jahre): Der erste Laut in Fisch ist /f/, der letzte ist /sch/. - Laute zusammenschleifen (5 bis 6 Jahre): /m/ + /u/ + /t/ ergibt Mut. - Wörter in Laute zerlegen (ab 6 Jahren): Mut besteht aus drei Lauten, /m/-/u/-/t/. Das Zerlegen in einzelne Laute festigt sich bei den meisten Kindern erst mit den Buchstaben in der 1. Klasse. Ein Vorschulkind, das Silben klatscht, Reime hört und den Anfangslaut eines vertrauten Wortes heraushört („Womit fängt Sonne an?“), bringt genau das mit, was die Schule dann mit Buchstaben verbindet. Kann ein Kind mit 5 noch nichts davon, lohnt es sich, zu Hause daran zu arbeiten. Kurze tägliche Spiele wie Ich sehe was, was du nicht siehst, und das fängt mit /m/ an bringen für das spätere Lesen mehr als ein Stapel Lernkarten. Viele Kitas üben das mit den Vorschulkindern nach dem Würzburger Trainingsprogramm „Hören, lauschen, lernen“. Frag nach, ob eure Kita damit arbeitet.
Schriftbewusstheit und der Umgang mit Büchern
Schriftbewusstheit nennt man die Fähigkeiten, an denen man sieht, dass ein Kind weiß: Schrift trägt Bedeutung, hat einen Aufbau und folgt Regeln. Am Ende der Kita-Zeit können die meisten Kinder: - Ein Buch richtig herum halten und der Reihe nach umblättern. - Auf die Schrift zeigen, nicht auf das Bild, wenn man fragt, wo die Wörter stehen. - Den eigenen Namen geschrieben erkennen. - Häufige Schrift aus dem Alltag erkennen: das STOP-Schild, das Logo vom Supermarkt, den Familiennamen auf Briefen. - Von links nach rechts mitverfolgen, wenn ein Erwachsener eine Zeile vorliest. - Bemerken, dass ein langes gesprochenes Wort meist auch geschrieben länger ist. Das ist noch kein Lesen. Es ist das Wissen darüber, was Lesen ist. Der Test „Concepts About Print“, den die neuseeländische Forscherin Marie Clay in den 1970er-Jahren entwickelt hat, prüft genau diesen Bereich beim Schuleintritt und wird in den USA und im Commonwealth bis heute eingesetzt. Schriftbewusstheit wächst fast nur durch Vorlesen. Am meisten bringt es, wenn du täglich mit deinem Kind ein Buch anschaust und dabei ab und zu auf Wörter zeigst, mit dem Finger unter der Zeile mitfährst oder fragst: „Wo fange ich auf dieser Seite an zu lesen?“ Nicht auf jeder Seite und nicht immer, nur so oft, dass dein Kind bemerkt, wie Lesen funktioniert. Einen schönen Anlass bietet jedes Jahr im November der Bundesweite Vorlesetag der Stiftung Lesen. Ein Kind, das am Ende der Kita-Zeit Schrift und Bild noch nicht unterscheiden kann, hat bisher zu wenig vorgelesen bekommen. Das lässt sich leicht ändern.
Mündliche Sprache und Wortschatz
Wie viele Wörter ein Kind im Vorschulalter versteht und spricht, ist einer der verlässlichsten Hinweise darauf, wie gut es in der 3. und 4. Klasse versteht, was es liest. Der Zusammenhang wird mit dem Alter stärker: Der Wortschatz mit 5 sagt das Leseverständnis mit 8 besser voraus als der Wortschatz mit 3 das Verständnis mit 6. Je weiter ein Kind über das erste Erlesen hinaus ist und je anspruchsvoller seine Texte werden, desto mehr zählt der Wortschatz. Zwei Seiten der Sprache zählen vor der Einschulung am meisten: - Passiver Wortschatz: wie viele Wörter das Kind versteht, wenn es sie hört. - Aktive Sprache: wie vielfältig die eigenen Sätze des Kindes sind. Schätzungen gehen davon aus, dass ein typisches fünfjähriges Kind rund 10.000 bis 14.000 Wörter versteht und Sätze mit 5 bis 6 Wörtern bildet, in denen die meisten grammatischen Formen schon sitzen. Die Unterschiede sind riesig. Die bekannte US-Studie von Hart und Risley (1995) fand große Unterschiede zwischen Familien darin, wie viele Wörter Kinder bis zum 3. Geburtstag insgesamt hören. Spätere Studien haben die genaue Zahl korrigiert, die Richtung aber bestätigt. Viele Bundesländer prüfen den Sprachstand ohnehin vor der Einschulung. Wenn du eine einzige Sache tun willst: Lies Bücher vor, die etwas über dem Sprachstand deines Kindes liegen, und sprecht über das Buch. Warum ist der Bär wohl traurig? Welches Wort bedeutet dasselbe wie kalt? Das Gespräch rund um das Buch bringt mehr Wortschatz als das Vorlesen selbst. Das zeigt die Forschung von Grover Whitehurst zum dialogischen Lesen.
Den eigenen Namen schreiben und erstes Schreiben
Ein Kind zu bitten, seinen Namen zu schreiben, ist eines der einfachsten Screenings im Vorschulalter. NELP fand einen mittleren Zusammenhang zwischen dem Namenschreiben und dem späteren Lesen, stärker als bei den meisten Tests zur Schulreife. In dieser einen Aufgabe stecken mehrere Fähigkeiten: Buchstabenkenntnis, Feinmotorik, die Richtung von links nach rechts und die Idee, dass Buchstaben in einer bestimmten Reihenfolge für bestimmte Laute stehen. So sieht „den Namen schreiben“ in verschiedenen Altersstufen aus: - 3 Jahre: Kritzeleien, die das Kind seinen Namen nennt. - 4 Jahre: einige Buchstaben aus dem Namen, oft in falscher Reihenfolge oder gespiegelt. - 5 Jahre: der Vorname von links nach rechts, die meisten Buchstaben sind da. - Ende der 1. Klasse: Vor- und Nachname, weitgehend richtig. (In den USA erwartet man das schon ein Jahr früher, am Ende des dortigen „Kindergarten“-Jahres.) Wenn ein Kind bei der Einschulung seinen Namen geschrieben nicht erkennt und keinen seiner Buchstaben schreiben kann, empfehlen Lehrkräfte meist zusätzliche Unterstützung. Nicht weil das Namenschreiben an sich so wichtig wäre, sondern weil sein Fehlen meist auf schwache Buchstabenkenntnis und Feinmotorik hinweist. Erstes Schreiben im weiteren Sinn, also Einkaufszettel beim Kaufladenspiel, Beschriftungen auf Bildern oder Briefe an die Oma, die aus Reihen zufälliger Buchstaben bestehen, ist eines der deutlichsten Zeichen, dass ein Kind gesprochene Sprache und Schrift miteinander verbindet. Leg Papier und Stifte in Reichweite.
Wenn die Anzeichen noch nicht da sind
Ein vierjähriges Kind, dem die meisten der sechs Fähigkeiten noch fehlen, ist nichts Ungewöhnliches und für sich genommen kein Warnzeichen. Manche Kinder entwickeln sie früh, manche genau zur Einschulung, manche erst im Lauf der 1. Klasse. Aus allen drei Gruppen werden gute Leserinnen und Leser. Aufmerksam werden solltest du in diesen Fällen: - Kurz vor der Einschulung kaum Buchstaben. In der US-Forschung ist das stärkste einzelne Signal, wenn ein Kind am Ende der Vorschulzeit weniger als 10 Buchstabennamen kennt. Weil deutsche Schulen keine Buchstaben voraussetzen, zählt dieser Punkt hier vor allem zusammen mit dem nächsten. - Vor der Einschulung nicht hören können, ob sich zwei kurze Wörter reimen. Die phonologische Bewusstheit bremst das frühe Erlesen am stärksten. - Leseschwierigkeiten oder Legasthenie in der Familie, dazu einer der Punkte oben. Das Risiko für Legasthenie ist laut dem Team um Shaywitz am Yale Center for Dyslexia & Creativity zu etwa 40 bis 60 % erblich. - Eine Aussprache, die selbst vertraute Menschen mit 4 Jahren schwer verstehen, oder wenig aktive Sprache mit 5. Das ist zunächst ein Thema für die Sprachentwicklung, noch nicht fürs Lesen. Beides hängt aber zusammen. In all diesen Fällen ist der richtige nächste Schritt nicht, ein Leseprogramm zu kaufen. Sprich mit den Erzieherinnen und Erziehern in der Kita oder mit der Kinderarztpraxis. Bei der U9 und bei der Schuleingangsuntersuchung werden Hören, Sprache und Motorik ohnehin angeschaut. Dort lassen sich Hörprobleme ausschließen (häufige Mittelohrentzündungen sind eine oft übersehene Ursache, wenn sich die phonologische Bewusstheit spät entwickelt), und bei Bedarf gibt es ein Rezept für Logopädie. Der eigentliche Leseunterricht beginnt ohnehin erst in der 1. Klasse. Was die Kita-Zeit leisten kann: dafür sorgen, dass ihm dann nichts unbemerkt im Weg steht. Was „hinterher“ in diesem Alter überhaupt heißt, steht ausführlich unter Ist mein fünfjähriges Kind beim Lesen hinterher?.
Was du zu Hause in 10 Minuten am Tag tun kannst
Keine der wirksamen Übungen für zu Hause braucht ein Lernprogramm oder Bildschirmzeit. Sie dauern zusammen etwa 10 Minuten am Tag und passen in Abläufe, die es in der Familie ohnehin gibt. 1. Lies jeden Tag ein Bilderbuch vor und sitz so, dass dein Kind die Seite sieht. Fahr ein- oder zweimal mit dem Finger unter einer Zeile mit. Mach keine Unterrichtsstunde daraus. 2. Spielt Lautspiele. Ich sehe was, was du nicht siehst, und das fängt mit /s/ an. Was reimt sich auf Haus? Klatsch die Silben: Schmet-ter-ling. Drei Minuten im Auto reichen. 3. Zeig auf Buchstaben im Alltag. Müslipackungen, Ladenschilder, die Namen der Familie auf Briefen. Das ist dein S. Sssss. 4. Erzählt euch in ganzen Sätzen vom Tag. In diesem Alter kommt Wortschatz mehr aus Gesprächen als aus dem Vorlesen, so Hart und Risley und die Studien, die auf ihrer Arbeit aufbauen. 5. Leg Papier, Stifte und den Namen deines Kindes als Vorlage griffbereit. Geschrieben wird dort, wo das Material auf Kinderhöhe liegt. Das sind keine Tipps aus dem Bauch. Es sind die Übungen, die die Forschung am beständigsten mit dem späteren Lesen verbindet. Wie es danach mit dem Lesenlernen in der Schule weitergeht, steht unter Wie bringe ich meinem Kind das Lesen bei? und im Überblick zur Leseentwicklung nach Alter.
Quellen
- National Early Literacy Panel (2008) - Developing Early Literacy: Report of the National Early Literacy Panel
- National Reading Panel (2000) - Teaching Children to Read: Reports of the Subgroups
- Snow, Burns & Griffin (1998) - Preventing Reading Difficulties in Young Children (National Research Council)
- Adams, M. J. (1990) - Beginning to Read: Thinking and Learning about Print (MIT Press)
- Ehri, L. C. (2005) - Learning to Read Words: Theory, Findings, and Issues (Reading Research Quarterly)
- Hart, B. & Risley, T. R. (1995) - Meaningful Differences in the Everyday Experience of Young American Children
- Whitehurst, G. J. & Lonigan, C. J. - Dialogic reading and emergent literacy (Reading Rockets)
- Yale Center for Dyslexia & Creativity - Heritability and early signs