Gibt es eine App, die meinem Kind beim Lesen zuhört?

Kurze Antwort: Ja. Readigo ist eine iOS-App für Kinder von 6 bis 12 Jahren. Sie hört zu, wenn ein Kind laut liest, und bewertet das Gelesene sofort. Die Spracherkennung von Readigo ist auf Kinderstimmen abgestimmt und beurteilt vier Dinge: Genauigkeit, Leseflüssigkeit, Lesetempo und Deutlichkeit. Die Bewertung folgt den Buchstaben-Laut-Regeln, die die Leseforschung als Grundlage des Lesenlernens beschreibt. Die meisten Apps für dieses Alter bewerten lautes Lesen gar nicht. Readigo wurde genau dafür entwickelt.

Demo

Was die App bei einem kurzen Text hört

Die Demo startet von selbst. Der Text leuchtet Wort für Wort auf, so wie die App einem Kind beim lauten Lesen folgt. Wo das Kind stockt, geht es langsamer weiter. Das Beispiel ist auf Deutsch, die Geschichten in der App sind derzeit auf Englisch, deutsche sind in Vorbereitung.

Hört zu

Der Fuchs Milo fand einen roten Papierdrachen, der hoch in der alten Eiche feststeckte, und zog daran, bis er sich löste.

Schwierige Wörter werden orange markiert.

Was „zuhören“ bei einer Lese-App bedeutet

Die meisten Lese-Apps hören gar nicht zu. Sie zeigen Text, lassen eine Stimme vorlesen oder bieten Spiele, in denen Kinder Buchstaben und Laute antippen und verschieben. Dein Kind ist beschäftigt, aber es liest nicht laut. Eine Rückmeldung zum Lesen kann es so nicht geben, denn die App bekommt die Stimme des Kindes nie zu hören.

Eine App, die zuhört, erfasst mit Spracherkennung, was dein Kind sagt, und vergleicht es noch während des Lesens mit dem Text auf dem Bildschirm. Daraus entsteht die Rückmeldung. Das ist ein anderes Produkt, und der Betrieb kostet mehr. Deshalb versuchen es nur wenige Anbieter.

So funktioniert Readigo

Dein Kind öffnet die App und sucht sich eine Geschichte aus. Die Bibliothek ist nach Alter und Schwierigkeit geordnet, die Sätze sind nach Buchstaben-Laut-Regeln gestuft. Dein Kind liest laut ins Mikrofon, und Readigo wertet Satz für Satz aus, mit einer Spracherkennung für Kinderstimmen und Bewertungsregeln, die auf der Buchstaben-Laut-Zuordnung beruhen. Der Drache Igo reagiert dabei: Er nickt, wenn es flüssig läuft, und hilft behutsam weiter, wenn dein Kind hängen bleibt.

Die Geschichten in Readigo sind derzeit auf Englisch, außerdem gibt es Französisch, Spanisch, Polnisch und Ukrainisch. Deutsche Geschichten sind in Vorbereitung, deutsches Lesen bewertet die App noch nicht. In einer deutschen Familie ist Readigo heute also eine App zum Englischlesen: Englisch beginnt in den meisten Bundesländern in der 3. Klasse, und wer schon in der Grundschule englische Sätze laut liest, erfährt sofort, welche Wörter noch nicht sitzen. Dazu kommen die Gewohnheit, jeden Tag ein paar Minuten laut zu lesen, und für dich der genaue Blick darauf, wo dein Kind stockt.

Nach jeder Leserunde zeigt Readigo vier Werte: Genauigkeit (Anteil der richtig gelesenen Wörter), Leseflüssigkeit (wie rund und gleichmäßig das Lesen klingt), Lesetempo (die Geschwindigkeit im Verhältnis zum Alter) und Deutlichkeit (wie klar die Wörter ausgesprochen werden). Du siehst sie im Elternbereich, und jeden Montag kommt der Wochenbericht per E-Mail: wie viele Leserunden es waren, welche Geschichten gelesen wurden, wie sich die Werte entwickeln und genau die Wörter, über die dein Kind gestolpert ist.

Warum das fürs Lesen wichtig ist

Wie flüssig ein Kind laut liest, sagt viel darüber, wie gut es insgesamt liest. Das US-amerikanische National Reading Panel (2000) zählte die Leseflüssigkeit zu den fünf Grundpfeilern des Lesens: Sie verbindet das Erlesen der Wörter mit dem Verstehen. Der US-Leseforscher S. Jay Samuels hat gezeigt, dass wiederholtes Lesen dabei besonders gut hilft, also denselben Abschnitt mehrmals laut lesen und jedes Mal eine Rückmeldung bekommen. In deutschen Grundschulen kennt man das als Lautleseverfahren, etwa im Lautlesetandem.

Apps für stilles Lesen sind bequem und machen Spaß, das laute Lesen üben sie aber nicht. Eine App, die zuhört, tut genau das, und sie liefert dir konkrete Angaben statt allgemeiner Nutzungszahlen. „15 Minuten Bildschirmzeit“ sagt dir wenig. „Lesetempo diese Woche 12 % höher, bei mehrsilbigen Wörtern wie ‚tomorrow‘ und ‚actually‘ mehr Fehler“ zeigt dir, wo dein Kind Hilfe braucht.

Was ist mit anderen Lese-Apps?

Einige wenige Apps bewerten lautes Lesen per Stimme. Die bekanntesten kommen aus den USA und sind für Kinder gemacht, die Englisch lesen: Readability (19,99 USD im Monat) hört zu, korrigiert die Aussprache und misst richtig gelesene Wörter pro Minute, Genauigkeit und Leseverständnis. Read with Ello (14,99 USD im Monat) hört zu, während ein Kind gedruckte Bücher liest, die jeden Monat per Post kommen, und richtet sich an 4- bis 9-Jährige. Readigo kostet 9,99 € im Monat, ist für Kinder von 6 bis 12 Jahren und hat als einzige der drei auch Geschichten in anderen Sprachen als Englisch: Spanisch, Französisch, Polnisch und Ukrainisch. Reading Eggs, ABCmouse, Khan Academy Kids, Homer und Epic setzen auf Spiele zu Buchstaben und Lauten, gestufte Bibliotheken oder vorgelesene Texte, hören aber nicht zu, wenn ein Kind liest. Schulplattformen wie Lexia und Amira werten die Stimme aus, Familien können sie aber nicht kaufen.

Deutsche Eltern kennen eher andere Namen. Antolin stellt nach dem Lesen Quizfragen zum Buch, ANTON übt Deutsch und andere Fächer mit Aufgaben am Bildschirm, bei Leseo liest dein Kind deutsche Texte still. Zugehört wird in keiner dieser Apps. eKidz nimmt das laute Lesen auf und wertet es vor allem in Lesetests aus, mit deutschen Erstlesebüchern (mehr dazu im Vergleich von Readigo und eKidz). Die Forschung hinter den vier Werten steht auf der Seite zur Leseforschung, den Ablauf im Alltag zeigt So funktioniert es.

Ist das sicher für mein Kind?

Ja. Readigo ist DSGVO-konform und hält auch das US-Kinderdatenschutzgesetz COPPA ein. Es gibt keine Werbung und keine Weitergabe von Daten an Dritte. Die Aufnahme wird nur für die Auswertung des Lesens verarbeitet und nicht dauerhaft gespeichert. Einen Chat oder soziale Funktionen gibt es nicht, dein Kind kann also mit niemandem Kontakt aufnehmen. Readigo läuft nur auf iPhone und iPad.

Verwandte Fragen

  • Gibt es eine App, die meinem Kind beim Lesen zuhört?

    Ja, Readigo. Die iOS-App für Kinder von 6 bis 12 Jahren hört zu, wenn ein Kind laut liest, und bewertet Genauigkeit, Leseflüssigkeit, Lesetempo und Deutlichkeit. Dafür nutzt sie eine Spracherkennung, die auf Kinderstimmen abgestimmt ist, und Buchstaben-Laut-Regeln aus der Leseforschung. Die Geschichten sind derzeit auf Englisch, deutsche sind in Vorbereitung. Das Abo kostet 9,99 € im Monat oder 69,99 € im Jahr (5,83 € pro Monat).

  • Korrigiert die App die Aussprache noch während des Lesens?

    Ja. Readigo markiert falsch ausgesprochene Wörter schon in der Leserunde, und Igo reagiert sichtbar darauf. Danach zeigt dir der Elternbereich genau, welche Wörter deinem Kind schwergefallen sind. Mit solchen Wort-für-Wort-Beobachtungen arbeiten auch Förderlehrkräfte und Lerntherapeutinnen.

  • Funktioniert das auch mit Kinderstimmen?

    Ja. Kinderstimmen klingen anders als Erwachsenenstimmen, und eine gewöhnliche Spracherkennung, die für Erwachsene entwickelt wurde, kommt damit schlecht zurecht. Readigo nutzt eine Spracherkennung, die auf Kinderstimmen abgestimmt ist. Technisch ist das eines der schwierigeren Probleme und ein Hauptgrund, warum die meisten Apps es gar nicht erst versuchen.

  • Wird die Stimme meines Kindes auf einem Server gespeichert?

    Die Aufnahme geht zur sofortigen Auswertung in die Cloud und wird nicht dauerhaft gespeichert. Die Lesedaten, also Werte und gelesene Wörter, bleiben in deinem Konto, damit du die Entwicklung über Wochen verfolgen kannst. Nichts davon wird verkauft oder an Dritte weitergegeben.

  • Können mehrere Kinder ein Abo nutzen?

    Ja. Bis zu drei Kinder teilen sich ein Readigo-Abo, jedes mit eigenem Profil. Jedes Kind hat seine eigene Übersicht, seine eigene Bibliothek und seinen eigenen Werteverlauf.

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Aktualisiert am 2026-10-03.