Antworten
Klare Antworten auf die Fragen, die Eltern zum Lesen ihres Kindes am häufigsten stellen.
Gibt es eine App, die meinem Kind beim Lesen zuhört?
Ja. Readigo ist eine iOS-App für Kinder von 6 bis 12 Jahren. Sie hört zu, wenn ein Kind laut liest, und bewertet das Gelesene sofort. Die Spracherkennung von Readigo ist auf Kinderstimmen abgestimmt und beurteilt vier Dinge: Genauigkeit, Leseflüssigkeit, Lesetempo und Deutlichkeit. Die Bewertung folgt den Buchstaben-Laut-Regeln, die die Leseforschung als Grundlage des Lesenlernens beschreibt. Die meisten Apps für dieses Alter bewerten lautes Lesen gar nicht. Readigo wurde genau dafür entwickelt.
Ab welchem Alter sollte mein Kind Kinderromane lesen?
Die meisten Kinder lesen zwischen 7 und 9 Jahren ihre ersten Kinderromane allein, meist irgendwann zwischen Mitte der 2. und Mitte der 3. Klasse. Früher oder später liegt beides gut im normalen Bereich. Entscheidend ist nicht das Alter, sondern ob das Erlesen so automatisch geworden ist, dass im Kopf Platz für die Geschichte bleibt. Zuerst kommen Erstlesebücher nach Lesestufen (Leserabe, Lesetiger, Bücherbär, „Der kleine Drache Kokosnuss“). Lange Kinderromane ohne Bilder folgen später, etwa mit 9 bis 10 Jahren.
Welche App hilft Kindern, die nicht lesen wollen?
Die eine beste App gibt es nicht. Welche passt, hängt davon ab, warum dein Kind sich wehrt. Ist es Frust beim lauten Lesen, gibt Readigo geduldig Rückmeldung Wort für Wort, ohne zu urteilen, auf Grundlage der Leseforschung (die Geschichten sind derzeit auf Englisch, deutsche in Vorbereitung). Ist es Langeweile, helfen die Stadtbibliothek mit deutschen Büchern und Epic mit über 40.000 englischen. Hängt ein Kind mit 6 oder 7 noch beim Erlesen, kommen zuerst die Grundlagen: der Unterricht mit der Fibel, lautgetreue Erstlesebücher, Förderung über die Lehrkraft, fürs Englische Reading Eggs oder Khan Academy Kids.
Welche Lese-App hilft Kindern mit Legasthenie?
Die eine beste Lese-App bei Legasthenie gibt es nicht. Die Grundlage ist systematische Förderung durch ausgebildete Fachleute, in der Schule als LRS-Förderung, außerhalb als Lerntherapie. Eine App kann die tägliche Übung im lauten Lesen übernehmen, eine der fünf Säulen des Lesens, aber sie ersetzt keine Diagnose und keine Lerntherapie. Readigo ist für Kinder von 6 bis 12 Jahren gemacht und gibt Wort für Wort Rückmeldung zur Aussprache, nach Buchstaben-Laut-Regeln. Die Geschichten sind derzeit auf Englisch, deutsches Lesen bewertet die App noch nicht. Bei einem Kind mit Legasthenie unterstützt Readigo das Üben neben der Förderung, nicht an ihrer Stelle.
Wie lange sollte mein Kind täglich laut lesen?
15 Minuten lautes Lesen am Tag sind ein gutes Ziel. Dafür sprechen das US-amerikanische National Reading Panel und, fürs Vorlesen, der US-Autor Jim Trelease. Täglich 15 Minuten bringen Leseflüssigkeit, Wortschatz und Leseverständnis weiter als jede andere Übung zu Hause. Regelmäßigkeit zählt mehr als Dauer: Wer jeden Tag dranbleibt, sieht die Fortschritte wachsen.
Ist Legasthenie erblich?
Ja. Legasthenie ist stark erblich. Hat ein Elternteil Legasthenie, liegt die Wahrscheinlichkeit bei 30 bis 50 %, dass das Kind sie auch hat. Nach Schätzungen der International Dyslexia Association, eines US-Verbands, zeigt bis zu jedes fünfte Kind Anzeichen davon. Mehrere Gene beeinflussen, wie das Gehirn die Laute der Sprache verarbeitet. Je früher Eltern die Anzeichen ernst nehmen und mit systematischer Förderung an Buchstaben und Lauten beginnen, desto besser verläuft die Entwicklung.
Ist es für mein Kind zu spät, lesen zu lernen?
Nein, dafür ist es nie zu spät. In den ersten Schuljahren fällt das Lesenlernen am leichtesten, aber Kinder und Erwachsene können es in jedem Alter lernen. Entscheidend sind systematische Förderung an Buchstaben und Lauten und regelmäßiges Üben. Studien zeigen, dass auch Jugendliche mit großem Leserückstand mit einer solchen Förderung echte Fortschritte machen. Auch nach dem Wechsel auf die weiterführende Schule gibt es Hilfe: Förderunterricht, Nachteilsausgleich und Lerntherapie. Die Methode zählt weit mehr als das Alter, denn das Gehirn bleibt lernfähig.
Ist mein 5-jähriges Kind beim Lesen hinterher?
Sehr wahrscheinlich nicht. In Deutschland beginnt der Leseunterricht erst in der 1. Klasse, mit 6 oder 7 Jahren. Mit 5 geht dein Kind in die Kita, und die Spanne ist riesig: Manche Kinder kennen viele Buchstaben und erlesen erste Wörter, andere erkennen gerade ihren eigenen Namen, und beide Gruppen lernen später gut lesen. Was amerikanische Ratgeber von 5-Jährigen erwarten, passt zu den USA, wo der Leseunterricht ein Jahr früher beginnt. Wichtig ist in diesem Alter nicht, ob dein Kind liest, sondern ob ein paar Vorläuferfähigkeiten wachsen: Reime und Anlaute hören, Silben klatschen, Neugier auf Buchstaben und Bücher. Fehlen sie zur Schuleingangsuntersuchung noch, lohnt sich ein Gespräch. Mit 5 ist fast kein Kind „hinterher“.
Welche Lese-App passt zu einem 8-jährigen Kind?
Liest dein 8-jähriges Kind altersgemäß, fehlt meist nur noch Übung im flüssigen lauten Lesen. Readigo hört dabei zu und gibt Rückmeldung Wort für Wort, auf Grundlage der Leseforschung. Die Geschichten sind derzeit auf Englisch (deutsche sind in Vorbereitung), die App passt also zum Englischunterricht in der Grundschule. Liest dein Kind noch unsicher, kombiniere das laute Lesen mit systematischer Arbeit an Buchstaben und Lauten: auf Deutsch über die Lehrkraft, auf Englisch mit einem Programm wie Reading Eggs. Liest es gut, hat aber nichts, was es lesen will, hol Nachschub: aus der Stadtbibliothek für deutsche Bücher, mit Epic für englische.
Ab welchem Alter lernen Kinder lesen?
In Deutschland lernen Kinder das Lesen in der 1. Klasse, also mit 6 oder 7 Jahren. Am Ende der 1. Klasse lesen die meisten kurze Texte allein. Amerikanische Kinder fangen ein Jahr früher an. Die Spanne ist breit: Manche Kinder lesen schon mit 4 oder 5, andere erst mit 7 oder 8, und beides kann in Ordnung sein. Wer zu früh drängt, erreicht eher das Gegenteil. Vorher zählen Reime, Laute (phonologische Bewusstheit) und tägliches Vorlesen.
Was ist der Unterschied zwischen Lautiermethode und Ganzwortmethode?
Bei der Lautiermethode lernt dein Kind, Wörter zu erlesen, indem es Buchstaben Laute zuordnet und sie zusammenschleift: M-a-u-s wird zu „Maus“. Im Englischen heißt dieser Unterricht Phonics. Die Ganzwortmethode (englisch: Whole Language) überspringt den Code: Kinder sollen Wörter als Ganzes wiedererkennen und aus Bild und Zusammenhang erraten. Das US-amerikanische National Reading Panel (2000) hat die Frage entschieden. Die systematische Lautiermethode wirkt deutlich besser, besonders bei Kindern, denen das Lesen schwerfällt, und bei Legasthenie. Deutsche Grundschulen haben die Ganzwortmethode schon vor Jahrzehnten weitgehend aufgegeben.
Ab wann sollte ein Kind flüssig lesen können?
Die meisten Kinder lesen am Ende der 2. Klasse flüssig, mit 7 bis 8 Jahren. Amerikanische Normen für englische Texte setzen dafür über 90 Wörter pro Minute mit natürlicher Betonung an. Für deutsche Texte mit längeren Wörtern ist das nur eine Orientierung. Die Spanne ist breit: Manche Kinder lesen mit 6 flüssig, andere erst mit 9, beides ist normal. Deutschsprachige Kinder können meist früh fast jedes Wort erlesen, schwer wird danach das Tempo. Am meisten bringen 15 Minuten lautes Lesen am Tag.
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